Über uns

Chronik

Gegründet wurde der heutige Verein 1971. Seine Tradition reicht bis 1953 zurück. Die Geschichte der Hessischen Tribüne ist zugleich eine Geschichte wechselnder Themen und Formen politischer Bildungsarbeit.

1953 – Die Hessische Tribüne entsteht

Im Jahr 1953 entstand im SPD-Bezirk Hessen-Nord die Hessische Tribüne als Forum politischer Diskussion und Bildung. Sie sollte eine „Stätte des Gesprächs und der Begegnung“ zwischen Sozialdemokratie und anderen politischen und gesellschaftlichen Gruppen sein.

Zur Eröffnung sprach Wilhelm Matull. Von Beginn an verband die Hessische Tribüne politische Diskussion mit dem Anspruch politischer Erwachsenen- und Arbeiterbildung.

1963 – Die Hessische Tribüne ist als Verein nachweisbar

1963 ist die Hessische Tribüne als eingetragener Verein in Kassel nachweisbar. Im Staatsanzeiger vom 25. September 1963 findet sich der Eintrag „VR 525 – Hessische Tribüne. Sitz: Kassel“.

1967 – Gründung des Kulturwerks Hessische Tribüne e. V.

1967 wurden das Kulturwerk Nordhessen, die Hessische Tribüne und das kommunalpolitische Seminar zum Kulturwerk Hessische Tribüne e. V. zusammengeführt. Zweck des Vereins war es, durch Ausstellungen, Vorträge und Seminare für die demokratische Staatsform und die internationale Verständigung zu wirken. Erster Vorsitzender war Bernhard Ahrens.

Zu den ersten größeren öffentlich angekündigten Veranstaltungen gehörte im September 1967 eine Lesung mit Günter Grass.

1971 – Gründung der heutigen Hessischen Tribüne e. V.

Am 19. Februar 1971 fand um 16 Uhr in den Martini Bürgerstuben im Philipp-Scheidemann-Haus in Kassel die Gründungsversammlung der heutigen Hessischen Tribüne e. V. – Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung statt. Die Einladung hatte Armin Hoffarth ausgesprochen; die Satzung wurde einstimmig angenommen. Am 26. Juni 1971 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen.

Zum ersten Vorsitzenden wurde der Kasseler Landtagsabgeordnete Hans Krollmann gewählt, der später SPD-Bezirks- und Landesvorsitzender sowie hessischer Staatsminister wurde; Geschäftsführer wurde Armin Hoffarth.

Die erste Satzung beschrieb die Aufgabe des Vereins, durch Vorträge, Seminare und Kurse, die Herausgabe von Schriften, Ausstellungen und Informationsfahrten für die demokratische Staatsform und die Zusammenarbeit der Staatsbürger auf politischem und kulturellem Gebiet zu wirken und politisches Wissen zu vermitteln.

Eine der ersten dokumentierten Veranstaltungen fand im November 1971 statt: Prof. Dr. Karl Bechert sprach unter dem Titel „Umweltschutz – geht alle an“.

Gründungsprotokoll von 1971
Gründungsprotokoll der Hessischen Tribüne e. V., 19. Februar 1971
Erste Satzung von 1971
Erste Satzung der Hessischen Tribüne e. V., 19. Februar 1971

1980er – Informationsfahrten und Seminare

In den 1980er Jahren gehörten Berlin-Informationsfahrten – unter anderem für Seniorengruppen – ebenso zur Bildungsarbeit wie Tages- und Wochenendseminare. Dabei arbeitete die Hessische Tribüne unter anderem mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hessischen Erwachsenenbildungsstätte in Falkenstein im Taunus zusammen.

1990er – Regionale Bildungsarbeit in Nordhessen

In den 1990er Jahren rückten regionale Seminare in Nordhessen stärker in den Mittelpunkt. Themen waren beispielsweise Strukturpolitik und die Entwicklung des ländlichen Raums.

Am 9. November 1998 veranstaltete die Hessische Tribüne gemeinsam mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und dem Verein gegen das Vergessen im Bürgersaal des Kasseler Rathauses eine Veranstaltung mit Hans-Ulrich Klose.

2000 – Gründungsmitglied im Netzwerk Politische Bildung

Im Sommer 2000 gehörte die Hessische Tribüne zu den Gründungsmitgliedern des bundesweiten Netzwerks Politische Bildung. Zugleich veränderten rückläufige öffentliche Fördermittel die Rahmenbedingungen der Bildungsarbeit.

Die Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen“ blieb ein wiederkehrender Bestandteil. Zu den Veranstaltungen der folgenden Jahre gehörten 2006 ein Abend mit Christoph Meyer über Herbert Wehner, 2007 die Vorführung von Al Gores Film „Eine unbequeme Wahrheit“ mit anschließender Diskussion und 2008 eine Podiumsdiskussion zur Finanzmarktkrise.

2010er – Gesellschaftliche Debatten

2010 diskutierten Sigmar Gabriel und der damalige Bischof Prof. Martin Hein über „Solidarität im Wandel der Zeit – Armut und Reichtum im 21. Jahrhundert“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Torsten Warnecke, der im selben Jahr den Vorsitz der Hessischen Tribüne übernahm.

Auch Fragen der Energie- und Klimapolitik gehörten zum Programm. 2013 war die Energieökonomin Claudia Kemfert mit dem Thema „Kampf um Strom: Mythen, Macht und Monopole“ zu Gast.

2020 – Politische Bildungsgemeinschaft Hessen

2020 wirkte die Hessische Tribüne an der Gründung der Politischen Bildungsgemeinschaft Hessen mit und setzte damit ihre Zusammenarbeit mit anderen Trägern politischer Bildung fort.

2021 war der Historiker und Autor Reiner Lehberger mit seinem Buch „Die Schmidts. Ein Jahrhundertpaar“ im Stadtmuseum Kassel zu Gast. An der Veranstaltung wirkten auch Hans Eichel und Timon Gremmels mit.

Ende 2024 fand in der Stadthalle Bad Hersfeld eine öffentliche Veranstaltung zu aktuellen Fragen der Gesundheitspolitik statt.

2026 – Neue Themen und Formate

Die Hessische Tribüne entwickelt ihre Bildungsarbeit mit neuen Themen, Kooperationen und zeitgemäßen Veranstaltungs- und Kommunikationsformen weiter. Dazu gehört auch eine modernisierte Öffentlichkeitsarbeit.

Bis heute: Kooperation und gesellschaftlicher Dialog

Heute entwickelt die Hessische Tribüne ihre Bildungsarbeit mit aktuellen Themen, neuen Kooperationen und zeitgemäßen Veranstaltungs- und Kommunikationsformen weiter.

Themen und Formate haben sich seit 1953 immer wieder verändert. Geblieben ist der Anspruch, politische Bildung als Raum für Information, Diskussion und gesellschaftliche Auseinandersetzung zu verstehen.

Diese Tradition führen wir fort.

Emanzipatorisch. Engagiert. Für eine lebendige Demokratie.